en-Frag die Tutorin: Wie unterrichte ich?
Mein erster Beitrag aus der Rubrik "Tutoring" und wie ich gerne sage, ein echtes Made by me! Dieser Beitrag vereint sowohl persönliche Kompetenz als auch allgemeine Standards aus Lehre und Bildung. Da ich als ehemalige Studentin lange Zeit mit Bildung zu tun hatte, werde ich diesen Beitrag so facettenreich wie möglich gestalten, um euch, meinen lieben Lesern, meine Perspektive zu diesem Thema näherzubringen.
Mittlerweile unterrichte ich seit drei Jahren heranwachsende und aufstrebende Köpfe von Klasse 5 bis 13. Ich habe meine schulische Laufbahn in der Pfalz bestritten und konnte aus diesen Erfahrungen vieles lernen, was das regionale Schulsystem betrifft. Mein Unterricht kennt keine Grenzen, da ich als Freelancerin im E-Learning Schüler aus ganz Deutschland in den Fächern Französisch und Italienisch unterrichte. Diese Erfahrung hat mich in erster Linie gelehrt, eine bessere Tutorin zu werden, weil ich im Laufe der Jahre gelernt habe, besser auf die Bedürfnisse von Schülern einzugehen. Jeder Schüler ist ein neues Kapitel meines Lehrplans. Jeder Schüler ist anders und bringt andere Interessen mit. Meine Aufgabe als freiberufliche Tutorin ist es, maßgeschneiderte Konzepte und Lehrinhalte zu entwickeln, die auf jeden einzelnen zugeschnitten sind, sodass jeder Schüler seinen Weg zur Sprache findet.
Doch wie bin ich zu diesen Erkenntnissen gekommen?
Ich möchte an dieser Stelle, gefolgt von Erzählungen, meine persönlichen Eindrücke mit euch, den eifrigen Lesern, teilen. Fangen wir in der Timeline ganz von vorne an, den Anfängen meiner Freiberuflichkeit. Dies war nämlich schon sehr früh der Fall: Bereits vor dem Studium hatte ich noch als frische Abiturientin privat Schüler in Französisch unterrichtet. Das waren tatsächlich meine Anfänge, in denen ich erstmals Schülern Vokabellernen und Textverständnis beigebracht habe, aus eigenem Wissen heraus.
Während meines Studiums habe ich wirklich begriffen, was es heißt zu "lehren". Da mein Studiengang aus 90 Prozent Lehrgänglern zusammengesetzt war, konnte ich vieles aus dem Bereich Pädagogik und Wissensvermittlung mitnehmen. Unsere Professoren waren echte Könner auf dem Gebiet, und ich habe schnell Anschluss gefunden. Zu damaligen Unizeiten erinnere ich mich sehr gut an meine Proseminare in Kommunikation und Literatur- beziehungsweise Sprachwissenschaft. Dank der außerordentlichen Professur bin ich jedem Kurs mit einem hohen Wissensdrang und Leidenschaft begegnet. Besonders die deutschsprachigen Seminare habe ich mit besonders viel Interesse und persönlicher Motivation mitverfolgt. Was das betrifft, hatte ich eine unglaubliche Zeit an der Fakultät, an die ich mich bis heute gerne zurückerinnere. Ich hatte passionierte Professoren, die uns nicht zuletzt von ihren Fortbildungen vorschwärmten und ihre neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse, wie zum Beispiel in der Lexikologie, teilten. Ich denke, dass aufgrund meines gesteigerten Interesses zu der Zeit ihre Freude am Lehren auf mich abgefärbt ist. Das sehe ich als wichtigen Meilenstein für meine Weiterführung in diesem Bereich. Durch meine Professur zu dieser Zeit habe ich begriffen, was eine gute Lehrkraft auszeichnet.
Darüber hinaus wollte ich als Studentin einen Minijob ausüben, da man das Geld allemal gut gebrauchen kann. Da ich meine Studienfächer geliebt hatte, fiel mir die Wahl des Nebenjobs nicht außerordentlich schwer. Fremdsprachen waren für mich sehr naheliegend, da ich sie tagtäglich lebe und auch immer mit Übersetzung zu tun habe. Deswegen fing ich damals an, in sämtlichen Lernstudios als Fremdsprachentutorin zu arbeiten. Ich war zeitweise in der Erwachsenenlehre unterwegs, habe aber ganz schnell begriffen, dass Schüler und Studierende zu meiner favorisierten Zielgruppe gehören, da sie viel Potenzial und vor allem Wissensdurst mitbringen. Natürlich hängt das immer von der Persönlichkeit jedes Einzelnen ab. Jedoch kann ich mich nicht beschweren; meine Zeit habe ich positiv in Erinnerung behalten. Als Studentin im letzten Jahrgang hatte ich Italienisch-Studierende aus den ersten und zweiten Semestern unterrichtet. Ich habe mit ihnen Phonetik, Grammatik und Leseverstehen gemacht. Es war als junge Studentin zu der Zeit eine große Herausforderung, die ich jederzeit wieder übernehmen würde. Ich würde es nicht als meinen Vollzeitjob bezeichnen, aber der Gedanke, dass ich jemandem helfen kann, auf seinen schulischen Weg, hat mich abermals motiviert, mein Bestes zu geben. Aus dieser Zeit konnte ich bereits ein paar Leitsätze für mich ableiten:
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Strenge wird überbewertet. Man sollte Schülern mit Verständnis begegnen, da sie erst am Anfang eines Weges stehen, den man selbst schon bestritten hat. Man muss viel Einfühlungsvermögen beweisen und sich auf ihre Ausgangssituation einlassen.
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Ansätze schaffen. Man muss versuchen, sich konkrete Pläne zu machen. Heißt: Stundenprotokolle oder Resümees, damit Wiederholung zur Gewohnheit wird.
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Priorisieren. Man muss sich an die Bedürfnisse der Schüler anpassen, auch wenn das bedeutet, dass der eigene Lehrplan mal ausgesetzt wird. Das muss man in Kauf nehmen.
Als Absolventin hat sich meine Perspektive später noch weiter geändert. All diese Erfahrungen haben mich sehr geprägt in meinem Werdegang als Tutorin. Sie haben mir vor Augen geführt, dass es nicht nur um Lehren geht, sondern auch um Mentoring. Was Mentoring wirklich ist, habe ich erst im Nachhinein verstanden. Als ich 2024 bei Cleverly angefangen habe, Schüler deutschlandweit zu unterrichten, habe ich meine Fähigkeiten auf diesem Gebiet perfektioniert. Bei Cleverly wurden mir zahlreiche Kompetenzen an die Hand gegeben, die mich zu dem gemacht haben, was ich heute bin – eine passionierte Tutorin. Bereits während meines Onboardings habe ich gelernt, wie Abläufe im Kurs funktionieren und wie der Umgang mit Schülerinnen und Schülern funktioniert. Unsere Lehrpläne und die freien Gestaltungsmöglichkeiten haben mir neue Spielräume eröffnet. Das ist eine kostbare Erfahrung, die ich dank des Unternehmens zum Einsatz bringen kann und das nicht nur als Tutorin. Was ich seit meiner Zeit hier gelernt habe, ist vor allem:
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Empathie. Schüler wollen auf Augenhöhe unterrichtet werden. Wir verstehen ihre Sorgen.
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Lerntypen. Es gibt viele Lerntypen, und besonders wichtig hierbei ist, schnell herauszufinden, wie adaptiv Schüler sind und wie sie wirklich denken. Das sollte man schon sehr früh klären für einen reibungslosen Einstieg.
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Motivation. Unser Ziel ist es nicht, Schüler zu testen oder unter Druck zu setzen. Unser Ziel ist es, ihnen die Freude am Fach zurückzubringen, indem wir auf sie eingehen.
Ohne meine Anstellung als freiberufliche Tutorin hätte ich diese Dinge nie begriffen. Aus diesem Grund kann ich mich nach wie vor glücklich schätzen, mich Tutorin für Fremdsprachen nennen zu können. Ich habe in dieser Zeit auch etwas Neues über mich und meine Fähigkeiten gelernt und durch den regen Austausch mit Schülern gleichzeitig meine eigene schulische Laufbahn reflektiert. Ich vertrete nicht nur die Ansicht, dass Empathie wichtig ist, sondern vor allem auch Verständnis.
Mein gewohnter Ablauf beim erstmaligen Unterrichtsablauf ist folgendermaßen:
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Grundwissen: Man ermittelt den Wissensstand und versucht, diesen individuell und nach den erforderlichen Bedürfnissen anzupassen.
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Verstehen: Wissenslücken werden mit neuen Inhalten gefüllt, und Theorie wird verständlich gemacht, sei es visuell oder verbal.
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Anwendung: Die Fortgeschrittenenphase, in der Praxisbeispiele aus Alltag, Leben und Schule genommen werden. Diese werden besprochen und reflektiert.
Ich hoffe, dieser Beitrag war spannend!
