Geschichte trifft auf Mode

Stock image via link
Ein neues Jahr, ein neues Glück, wie man so schön sagt. Es folgt ein Beitrag zur facettenreichen Entwicklung der Mode. Aber nicht nur Mode nehmen wir heute im Visier, sondern auch die Anfänge der Geschichte mit spannenden Kurzbeiträgen und Illustrationen.
Zur Verdeutlichung stelle ich euch im unten aufgeführten Bild eine provisorische Timeline vor, die ich erstellt habe. Cool, nicht wahr? Hier bekommt ihr einen groben Überblick darüber, wie sich das Aussehen der Menschen über Jahrzehnte verändern lässt. Ich fand Geschichte schon immer außerordentlich interessant. Deswegen behalten wir jetzt erstmal diese Zeitleiste im Gedächtnis, die wir stückweise in diesem Beitrag aufschlüsseln wollen. (Angaben sind oberflächlich, nur zur Orientierung gedacht.)

Wie man der Zeitleiste entnehmen kann, haben die Menschen verschiedene Etappen der Modegeschichte durchlaufen. Schon lange vor unserer eigentlichen Zeitrechnung gab es etwas wie "Mode". Deswegen schauen wir uns grob die Epochen an:

1. Steinzeit (ca. 10.000 v. Chr.)
Die Reise dieses Beitrags beginnt um 10.000 v. Chr. mit dem Homo sapiens. In diesem Jahr brachten Menschen bereits dank erster Webstühle und Holzkonstruktionen gewebte Stoffe, einfache Tuniken, Fellumhänge und den aus Tarzan bekannten Lendenschurz hervor. Schon zu jener Zeit beschäftigten sich die Frauen in ihrer Rolle als Gattinnen und Gebärerinnen mit der Erstellung von Kleidung. Menschen lernten, sich den Witterungsbedingungen anzupassen, und kamen aus Bedarf und Anpassung auf diese Neuerungen. Kleidung schützte vor Kälte und galt als Alleinstellungsmerkmal gegenüber den Tieren. Außerdem war Kleidung sehr funktional, da sie oft von Jägern getragen wurde, zum Beispiel Umhänge aus Bärenfell. Im Laufe der nächsten tausend Jahre wurden neue Formen gewebt, wie Mäntel, Oberteile und Hosen.
Stoffe/Material: Fell, Leder, Bastfaser (Flachs)
Werkzeug/Techniken: Weben, Flechten, Spinnen (Spindel)
2. Bronzezeit (ca. 3000 v. Chr.)
Das Zeitalter der Metallverarbeitung und des Schmucks. Was wir heute umgangssprachlich als Accessoires bezeichnen, findet hier seine Ursprünge. Zu dieser Zeit wurden erstmals silberne und goldene Armreifen geschmiedet und Handwerkskunst unter Beweis gestellt. Es war das erste Mal, dass Kleidung und Schmuck das Gefühl von Rang und Zugehörigkeit vermittelten.
3. Antikes Zeitalter (ca. 3000 v. Chr. – 500 n. Chr.)
Nachdem die Einwohner aus damaliger Zeit gelernt hatten, Kleidung umzuwandeln, wurde Kleidung allmählich zu einem Konzept. Rang spielte nun eine größere Rolle als je zuvor. Willkommen in der Antike, der Zeit des punkvollen Adels, der Götterverehrung und der Ikonisierung bestehender Herrscherinnen. Das weiße Gewand der ägyptisch-griechisch-römischen Kulturkoine, mit minimalen Abweichungen, wurde zum modischen Kult erklärt. Damen in feinster Seide gehüllt, Schleier und Abendroben (Tunika, Stola, Palla), gefolgt von Männern mit Toga und Umhängen, zählten zum Alltag. Frauen, egal ob arm oder reich, trugen lange Gewänder und Sandalen; die Reicheren zierte eine Kette oder Krone. Neben Thermen führten die Römer auch Läden ein. Der Weg zur Stilisierung der Mode war geebnet.
Stoffe/Material: Purpurstoff, Wolle, Seide, Leinen, Leder (Sandalen)
Werkzeug/Techniken: Drapieren (Chiton), Besticken, Fibeln
4. Mittelalter (ca. 500 n. Chr. – 1500 n. Chr.)
Von der Tunika zur Cotta und von der Cotta zu "Zoccoli". Damals glichen sich Gewänder und Rollen wurden intuitiv verteilt. Nun wurden klare Grenzen eingeführt, und Frauen sind größtenteils in Röcken und Kleidern zu sehen. Kurz vor der Neuzeit um 1500 änderte sich das modische Ideal in unglaublicher Geschwindigkeit. Ab hier folgten zahlreiche Unterepochen, darunter Renaissance, viktorianisches Zeitalter, Barock und Rokoko. Jede Epoche hatte ihre Eigenheiten und Einflüsse. Während das Fürstentum allmählich verblasste, wurde das höfische Leben als neuer Standard etabliert. Die Dame von Welt war gebildet und schmückte sich mit Perücke und Korsett oder Bustier. Edle, farbige Stoffe, hohe Schuhe und feinster Schmuck symbolisierten Macht und Status. Bauerskluft hingegen bestand aus einfachen Kleidern und Bundhauben. Mode wurde zum Synonym für Kultur und Lebensstil.
Stoffe/Material: Knöpfe, Federn, Seide, Brokat, Samt, Metall
Werkzeug/Techniken: Nähen, Stricken
5. Rokoko (ca. 1730 – 1780)
Rüschen an den Ärmeln, Unterröcke, Tüll und Handschuhe schmückten das Bild der Zeit. Von der Renaissance entwickelten sich pompöse Kleider, Spitze, Reifröcke, Pastellfarben, Fächer und weitere Accessoires. Frauen verkehrten in Salons, bildeten sich weiter und demonstrierten Dominanz durch Eleganz. Diese Epoche gilt als eine der wichtigsten Modeepochen, in der Frauen ausgefallenen Stil bewiesen.
6. Die Zwanziger (ca. 1920 – 1929)
Great Gatsby – das fasst es gut zusammen. Vom pompösen Mittelalter und Rokoko zum neuzeitlichen Vorbild. Frauen wurden nicht mehr streng im höfischen Zusammenhang betrachtet. Fortschritt und Industrialisierung machten sich breit. Clutches, Federn und kurze Kleider wurden getragen. Frauen traten figurbetont auf, setzten sich erstmals in Szene und genossen Freizeit, Tanz, Kultur und soziale Positionierung.
7. Retromode (ab 1970)
Andy Warhol, Marilyn Monroe und weitere zeitlose Ikonen der Filmindustrie prägten diese Epoche. Schwarzweißfilme, die perfekte Hausfrau, Polka-Dots und das elegante kleine Schwarze von Coco Chanel. Mode wurde zu Marketing und Markt, ein Symbol für Vergnügen, Gewagtheit und Exhibitionismus. Männer und Frauen entwickelten sich markanter auseinander, und Feminismus wurde zunehmend gesellschaftlich umgesetzt. Frauen wurden freier in der Kleidung, und Mode stand für Offenheit.
Das war eine Rundschau zur Mode. Natürlich gibt es weitere Epochen und Unterströmungen, jedoch habe ich mich für meine Lieblingsströmungen entschieden. Deswegen ist dieser Beitrag bewusst mit persönlicher Färbung gestaltet.
